Eine Geschichte der Kontinuität: von Nizami bis Puccini

Eine Geschichte der Kontinuität: von Nizami bis Puccini

31. июля 2015 0 Автор masimovasif
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Eine Geschichte der Kontinuität – Neues Video behandelt die Handlung von Puccinis Turandot. Es wird kaum jemand ablehnen können, dass Puccinis letzte Oper „Turandot“ zu seinem bekanntesten und meist aufgeführten Stücke gehören. Sogar Menschen, die sich grundsätzlich mit der Oper nicht beschäftigen, werden die Arie Nessun Dorma kennen, die vom Prinzen Calaf gesungen wird, indem er verspricht, das Herz der chinesischen Prinzessin Turandot von „ihren öffnenden Akkorden zu erobern“. Doch die Quelle dieser Handlung wird vernachlässigt. In der Regel wird davon ausgegangen, dass Puccini auf die Geschichte zugestoßen ist, indem er Schiller gelesen hat und seine Textdichter bat, an diesen Texten zu arbeiten. Allerdings beziehen sich Adami und Simoni auf eine ältere Quelle – das Stück von Carlo Gozzi, Turandot. Eine weitere Tatsache, die wenig bekannt ist, dass Gozzi die Handlung entweder von der Sammlung „Eintausend ein Tag“ von De La Croix oder von der späteren Version des Buches von Alain-René Lesage aufgenommen hat. Sogar in der wissenschaftlichen Lehre ist es kaum bekannt, dass die Ursprünge der Handlung dem Dichter Nizami Ganjavi (1141-1209) und seinem Heft-Peykar-Gedicht (dt. Sieben Schönheiten) zugeordnet werden müssten.

Nun wer ist Nizami und warum muss man ihn kennen? Nizami ist ein Dichter und Philosoph des 12. Jahrhunderts aus Ganja, der zweitgrößten Stadt des heutigen Aserbaidschan. Er war einer der Vertreter des Multikulturalismus und hat sich Gedanken über die Gleichberechtigung der Geschlechter gemacht, was zu dieser Zeit untypisch war. Seine Gedichte hat er überwiegend auf Persisch geschrieben, so dass er nicht nur in seiner Heimatstadt bekannt wurde, sondern auch im Kaukasus, Nahen Osten und in Zentralasien. Doch im restlichen Teil der Welt bleiben seine Werke bis auf bestimmten akademischen Kreise unbekannt.

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Die Handlung von Turandot ist nur ein Teil eines großen Werkes. Die „Sieben Schönheiten“ von Nizami ist ein erotisches mystisches und symbolisches Stück. Das Gedicht ist eine romantisierte Biographie des persischen Kaisers Bahram V. (420-439 n. Chr.) aus dem Sassanidenreich, der sieben Prinzessinnen aus verschiedenen Ecken der Welt geheiratet hat – von Byzanz bis nach Indien. Verschiedene Handlungen entwickeln sich in einer nichtlinearen Form, es entsteht eine interessante Mischung aus der Intrige und der Entourage. Das sind die Geschichten über die Farben, die am besten mit dem Gefühl der Liebe verbunden werden können – von schwarz auf weiß und der reinsten Form vom lustvollen und sündhaftem Gefühl.

Es gibt wenige Forschungen über die Verbindung der Geschichte der Farbe Rot mit Puccini’s Turandot, die in Sieben Schönheiten erwähnt werden.Expertinnen wie Dr. Maria Teresa Giaveri, Professorin der vergleichenden Literaturwissenschaften an der Universität Turin und Nizami-Expertin Dr. Christine van Ruymbeke von der Universität Cambridge, sind der Meinung, dass das Erbe des Dichters für weitere Untersuchungen und die Entdeckung von der breiteren Öffentlichkeit offen bleibt. Italienischer Komponist Lorenzo Ferrero gibt zu, dass das Vermächtnis von Nizami unbekannt bleibt, weil die Textdichter die Ursprünge der Handlung nicht gekannt haben. “Die einzige Lösung ist die Entwicklung einer größeren Interesse durch Experten in ‘Ost’-Autoren und ihrer kulturellen Wirklichkeit.“ so Ferrero. Sopran Nina Stemme, die die Rolle von Turandot in der Aufführung von La Scala 2015 durchgeführt hat, hatte die Möglichkeit, Nizami näher kennen zu lernen: “Ich habe begriffen, dass die Ursprünge aus der orientalischen Kultur kommen, aber ich konnte sie nicht wirklich zurückverfolgen… Puccini hat es in China gesetzt, aber es gibt noch einen persischen Prinzen und Calaf ist tatarischen Ursprungs… Puccini hat die Geschichte mit seinen eigenen Mitteln angepasst.“ Ein kurzes Animationsvideo erzählt diese komplizierte Geschichte des interkulturellen Austauschs. In Zusammenarbeit mit dem Azerbaijan Student Network e.V., ein NGO aus Deutschland, hat Asli Samadova als Teil einer kuratorischen Initiative das Projekt im Rahmen einer breiteren Initiative „Milli Irsimiz – the national Heritage of Azerbaijan“ ins Leben gerufen. Das Ziel dieser Initiative ist es, die Bekanntheit der aserbaidschanischen Kultur weltweit zu verbreiten. Das Video ist auf YouTube und auf der TED Plattform abrufbar.

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The Video and illustrations: (c) Asli Samadova (P) 2015 Asli Samadova and ASN (Azerbaijan Student Network) Illustrations by Creative 141 Worldwide