Written by 19:46 Aktuelles / Последние записи, Articles, Aserbaidschan, KARABACH

“Als Politikerin in Deutschland sehe ich meine Aufgabe darin, friedliche Konfliktlösungen zu unterstützen, so auch im Fall des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts um Bergkarabach.” – Helin Evrim Sommer

Print Friendly, PDF & Email

Alumniportal Aserbaidschan: Noch bis Ende der 1980-er Jahre lebten westlich der Bergkarabach-Region von Aserbaidschan (an der Grenze zu Armenien) bis zu 50.000 Kurden. Im Zuge der armenischen Besatzung aserbaidschanischer Territorien vertrieben armenische Truppen sämtliche Kurden aus ihren Heimatorten, die heute noch als Binnenvertriebene in Flüchtlingslagern in Aserbaidschan leben müssen. Was können sie dazu sagen? 

Helin Evrim Sommer: Ich bin vermutlich die einzige Abgeordnete im aktuellen Bundestag, die über eine eigene Fluchterfahrung verfügt. Daher weiß ich ganz genau, welchen schweren Schicksalsschlag Vertreibung und Flucht für die Betroffenen bedeuten. Auch wenn ich selbst kurdischer Herkunft bin, setze ich mich dennoch für alle Opfer von Menschenrechtsverletzungen ein, ungeachtet welche ethnische oder religiöse Zugehörigkeiten die Menschen haben. Als Politikerin in Deutschland sehe ich meine Aufgabe darin, friedliche Konfliktlösungen zu unterstützen, so auch im Fall des armenisch-aserbaidschanischen Konflikts um Bergkarabach. Als ordentliches Mitglied der Linksfraktion in der Parlamentarischen Versammlung der OSZE und als Vizevorsitzende der deutsch-südkaukasischen Parlamentariergruppe im Bundestag versuche ich, in diesem Sinn zu wirken und trotz widriger Umstände Gespräche zwischen den Konfliktparteien und den direkt betroffenen Zivilgesellschaften beider Länder anzuregen. Letztlich muss aber die Konfliktlösung von den Konfliktparteien selbst gefunden werden. Ich betrachte mich selbst nicht als eine Konfliktpartei und wäre ja auch nicht von den Auswirkungen einer möglichen Konfliktlösung vor Ort betroffen. Im Fall des Bergkarabach-Konflikts existieren bereits mehrere UN-Beschlüsse sowie die sogenannten “Madrider Basisprinzipien”, die einen Stufenplan für eine Friedenslösung beinhalten und von den Konfliktparteien umgesetzt werden müssen. Das beinhaltet unter anderem auch die Beendigung der militärischen Besatzung und die sichere Rückkehr aller Kriegsflüchtlinge und Binnenvertriebenen in ihre ursprünglichen Wohnorte, also auch der kurdischen Bevölkerung in die Region Latschin, die einen Korridor zwischen Armenien und Bergkarabach bildet.



Lesen Sie das Interview mit Helin Evrim Sommer hier weiter…

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

📌   Naftalan-Öl in Aserbaidschan
Close