Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Hl. Jungfrau Maria in Baku — Katholische Kirche in Aserbaidschan

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In Aserbaidschan existiert eine aktive römisch-katholische Kirche – die sog. Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Hl. Jungfrau Maria (Standortadresse: Orudzhev Straße 2 A, AZ1110 Baku). Die Pfarrei steht aktuell unter der seelsorgerischen Betreuung der Apostolischen Präfektur von Aserbaidschan. Die katholische Gemeinde in Baku wurde allerdings erst im Jahr 1882 gegründet. Zu dieser Zeit wurde eine katholische Kapelle in der Stadt gebaut, die es Angehörigen des Katholizismus erlaubte, ihren Glauben offen auszuleben. Etwas später, 1894, wurde dann von der Gemeinde der Bau einer neuen Kirche genehmigt, der aber erst 1909 begann und letztlich 1912 abgeschlossen wurde. Das heilige Gotteshaus erhielt damals seinen Titel als Kirche der seligen Jungfrau Maria. Der Initiator des Bauprojekts war ein polnischer Architekt namens Iosif (Jozef) Ploschko. Das Geld für den Bau der Kirche wurde vor allem von der Familie Rylski gespendet, aber auch von Witold Zglenicki, einem der ersten wohlhabenden Industriellen, der Öl aus dem Kaspischen Meer förderte. Aufgrund der Tatsache, dass der Großteil der finanziellen Unterstützung für den Kirchenbau von Personen mit polnischen Wurzeln stammte, wurde das Gotteshaus von der lokalen Bevölkerung als Teil bzw. Zeugnis ihrer polnischen Herkunft verstanden. Nach der Etablierung der Sowjetmacht in Aserbaidschan wurde die Kirche jedoch aufgrund der entsprechenden Politik gegen die Religion 1938 vollständig zerstört.

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Kirche der seligen Jungfrau Maria in Baku (1916)

Die lokale katholische Gemeinde von Baku konnte erst 1997 wiederhergestellt werden. Im Jahr 2002 wurde schließlich die Genehmigung zum Bau einer neuen Kirche eingeholt und ein passendes Grundstück dafür auserwählt, wobei sich der Standort von dem der alten, zerstörten Kirche unterschied. Final abgenommen wurde der Bau des Gotteshauses am 22. Mai 2002 u. a. durch den Besuch von Papst Johannes Paul II., der eine Reise nach Aserbaidschan machte. Das Gebäude wurde dann 2006 fertiggestellt, sodass die feierliche Einweihung 2007 stattfinden konnte. Dabei segnete der päpstliche Nuntius Claudio Gugerotti die neue Kirche, die fortan wie ihr zerstörtes Vorbild den Namen Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Hl. Jungfrau Maria tragen sollte.

Bauarbeiten (1911)

Das neue Kirchengebäude wurde vom italienischen Architekten Paulo Ruggiero entworfen. Es entspricht dem Stil der Moderne, mit Elementen der Neogotik. Über dem Eingang zur Kirche befindet sich eine Skulptur der Jungfrau Maria, die von lokalen Handwerkern angefertigt wurde. Als Künstler gilt der aserbaidschanische Bildhauer Huseyn Achwerdiyevdie Glasfenster mithilfe des außerordentlichen Handwerks von Zohrab Mutallibov gefertigt wurden. Die große Halle der Kirche fasst insgesamt 200 Sitzplätze. Die offizielle Adresse des Gotteshauses lautet 10, Orudzhev Street, Baku (Ecke Nobel Avenue und Rafieva Street). Interessanterweise werden die Heiligen Messen am Samstag und Sonntag nicht nur auf Russisch, sondern auch auf Englisch gehalten. Traditionelle Gottesdienste finden auch mittwochs und donnerstags statt.

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Traditionelle Gottesdienste finden auch mittwochs und donnerstags statt.

Im Jahr 2012 wurde zu Ehren des Jahrestages des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Aserbaidschan in der Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Hl. Jungfrau Maria in Baku eine Heilige Messe für die örtlichen Gemeindemitglieder abgehalten. Diese wurde wiederum von dem eigens für diesen Anlass aus dem Vatikan angereisten Kardinal Fernando Filoni geleitet. Nach dem Gottesdienst wurde noch das Pastoralzentrum eingeweiht, das zuvor im Hof der besagten Kirche errichtet wurde. Zudem wurde noch eine Gedenktafel im Inneren der Kirche enthüllt, die an den Besuch von Papst Johannes Paul II. in Aserbaidschan im Jahr 2002 erinnern soll.

Es sollte in diesem Zusammenhang noch erwähnt werden, dass die aktive Kirche der Unbefleckten Empfängnis der Hl. Jungfrau Maria bei Weitem die beliebteste und meistbesuchte katholische Kirche sowohl in Baku als auch in ganz Aserbaidschan ist. In ihr wurden alle Voraussetzungen für feierliche und regelmäßige Messen sowie für den Besuch einfacher Gemeindemitglieder geschaffen. Auch die Architektur des Gebäudes ist einzigartig und stellt insgesamt die Perle der lokalen Baukunst dar.

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in der Kirche

Deutsche Architektur von Aserbaidschan

Nikolaus von der Nonne war sogar von 1898 bis 1902 Bürgermeister von Baku und konnte zwischenzeitlich auf die gesamte Architektur der Stadt einwirken. Von der Nonne wurde 1836 in Sankt-Petersburg geboren. Von 1881 bis 1894 war er als Bauingenieur in Baku tätig.
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