Dreißigjähriges Dilemma à la Hayastan [Armenien]: Kreieren oder Ruinieren

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Mehman Rzayev

Mehman Rzayev

Kolumnist

Auf dem nachfolgenden Video sind nicht die japanischen Hiroshima oder Nagasaki nach den Atombombenabwürfen im August 1945 zu sehen. Das ist die aserbaidschanische Stadt Ağdam im November 2020. Sie wurde entsprechend der trilateralen Erklärung vom 09.11.2020 nach der armenischen Kapitulation am 20.11.2020 an die aserbaidsche Seite herausgegeben. So sieht leider die Stadt nach dreißigjähriger armenischer Besatzung aus.

Hier kann ich — wie auch sonst die unabhängigen Medien die islamische Prägung Aserbaidschans erwähnen — die christliche Prägung Armeniens hervorheben. Mir sind aber die Grundprinzipen des christlichen Glaubens gut bekannt: Frieden, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit auf der Welt. Diese Grundsätze haben auch im islamischen Glauben ihre Geltung gefunden. Daher werde ich hier nicht die Religion als Manipulations- bzw. Spekulationsmechanismus einbeziehen.

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Anzumerken ist aber der Fakt, dass die Stadt zum Zeitpunkt der armenischen Okkupation nicht so aussah. Alles wurde in vergangenen dreißig Jahren — im Laufe der Okkupation — also im langen Prozess ruiniert. Nun frage ich mich, warum ruiniert man eine Stadt, wenn sie angeblich ihm gehört und seine Heimat ist? Man kann doch alles — zumindest — stehen und liegen lassen, wenn man über keine finanziellen Mittel für die weitere Gestaltung bzw. Entwicklung dieser Stadt verfügt. Hier hat man aber höchstwahrscheinlich bewusst und gezielt sich für die barbarische Zerstörung entschieden. Dies ist heute auch in einer anderen aserbaidschanischen Stadt Kalbadschar der Fall. Darüber habe ich bereits letzte Woche gepostet.

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Also bei Ağdam handelt es sich um eine Stadt im 21 Jahrhundert, die Armenier entweder aus Spaß oder aus Hass gründlich zerstört haben. Wahnsinn, nicht wahr?! Das ist nichts anderes als Barbarei aus menschlicher Sicht und Kriegsverbrechen nach den Bestimmungen der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten vom 1954.

Als gebürtiger Aserbaidschaner verurteile ich diese Handlungs- bzw. Denkweise aufs Schärfste und zwar überall auf dieser Welt.

Wenn die Ko-Vorsitzenden der OSZE-Minsk-Gruppe — insbesondere Frankreich als Mitgliedstaat dieser Gruppe im Rahmen der Friedensschaffungsmission — ihre Existenz auch nach der Kapitulation Armeniens erhalten will, dann habe ich eine Hausaufgabe für sie: Bringen Sie der Republik Armenien und ihren Staatsorganen die Grundbegriffe des friedlichen Zusammenlebens wie Gemeinwesen und Gemeinwohl bei!

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Recht herzlichen Dank!

Ağdam vor und nach der armenischen Besatzung

Titelbild: Ağdam, prezident.az
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